Algo-Trading im Prop-Trading: Automatisiert handeln mit Fremdkapital
Prop-Trading und Algo-Trading kombinieren: Vorteile, Regeln und worauf du beim Einsatz automatischer Handelssysteme mit Fremdkapital achten solltest.
Prop-Trading und Algo-Trading sind zwei Bereiche, die einzeln betrachtet schon viele Vorteile bieten. Beim Prop-Trading handeln wir mit dem Kapital einer Firma statt mit unserem eigenen Geld. Beim Algo-Trading übernimmt ein automatisches Handelssystem die Arbeit. Was passiert, wenn wir beides kombinieren? Und ist das überhaupt erlaubt?
Was ist Prop-Trading?
Prop-Trading steht für Proprietary Trading. Im Kern bedeutet es, dass wir nicht mit unserem eigenen Kapital handeln, sondern mit dem Kapital eines Prop-Trading Anbieters. Der Anbieter stellt uns ein Handelskonto mit einem definierten Betrag zur Verfügung, zum Beispiel 50.000 oder 100.000 US-Dollar. Im Gegenzug müssen wir bestimmte Regeln einhalten: maximaler Tagesverlust, maximaler Gesamtverlust, Mindestanzahl an Handelstagen und weitere Vorgaben, die je nach Anbieter unterschiedlich sein können.
Bevor wir das Kapital bekommen, müssen wir in der Regel eine sogenannte Challenge bestehen. Das ist eine Testphase, in der wir auf einem Demokonto unter realen Bedingungen beweisen, dass wir profitabel handeln können und dabei die vorgegebenen Regeln einhalten. Wenn wir die Challenge bestehen, erhalten wir ein finanziertes Konto und werden an den Gewinnen beteiligt. Die Aufteilung liegt je nach Anbieter bei 70/30 bis 90/10 zugunsten des Traders.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Wir können mit deutlich mehr Kapital handeln, als wir selbst aufbringen müssten. Gleichzeitig begrenzt der Anbieter unser Verlustrisiko durch seine Regeln. Wenn der maximale Drawdown überschritten wird, ist das Konto gesperrt. Unser eigenes Geld ist nicht betroffen, abgesehen von der Gebühr für die Challenge.
Ist Algo-Trading im Prop-Trading erlaubt?
Das ist die erste Frage, die sich jeder Algo-Trader stellt, bevor er bei einem Prop-Trading Anbieter einsteigt. Die Antwort: In den meisten Fällen ja. Die Mehrheit der Prop-Trading Firmen erlaubt den Einsatz von automatischen Handelssystemen, also Expert Advisors im MetaTrader oder automatisierte Strategien über andere Plattformen.
Allerdings gibt es Ausnahmen. Einige Anbieter verbieten bestimmte Handelsstrategien wie Arbitrage, Hochfrequenzhandel oder das sogenannte Copy-Trading zwischen mehreren Konten. Andere schreiben vor, dass Trades eine Mindesthaltezeit haben müssen, zum Beispiel zwei Minuten. Manche Anbieter verbieten Algo-Trading auch komplett, wobei das eher selten vorkommt.
Bevor wir eine Challenge starten, sollten wir deshalb die Regeln des Anbieters genau lesen. Im Idealfall finden wir in den FAQ oder in den Nutzungsbedingungen einen klaren Hinweis dazu, ob automatische Handelssysteme erlaubt sind. Wenn die Regeln nicht eindeutig sind, lohnt sich eine kurze Nachricht an den Support. Das kostet fünf Minuten und kann uns später viel Ärger ersparen.
Ein Anbieter, mit dem wir in diesem Bereich sehr gute Erfahrungen gemacht haben, ist FTMO. FTMO erlaubt den Einsatz automatischer Handelssysteme ausdrücklich, hat klare und faire Regeln und gehört zu den etabliertesten Prop-Trading Anbietern weltweit. Für Algo-Trader ist FTMO damit eine der besten Adressen, wenn es darum geht, das eigene Handelssystem mit Fremdkapital zu skalieren.
Warum Algo-Trading im Prop-Trading besonders gut funktioniert
Prop-Trading lebt von Regeln. Maximaler Tagesverlust, maximaler Gesamtverlust, Mindestanzahl Handelstage, erlaubte Handelszeiten. Wer diese Regeln verletzt, verliert das Konto. Und genau hier kommt der größte Vorteil von Algo-Trading ins Spiel: Ein automatisches Handelssystem hält sich an Regeln, ohne Ausnahmen.
Im manuellen Trading passieren die meisten Regelverstöße durch Emotionen. Ein Verlust ärgert uns, wir eröffnen einen zu großen Trade, der Tagesverlust wird überschritten und das Konto ist weg. Wer das schon mal erlebt hat, weiß wie schnell das gehen kann. Ein Algo kennt solche Emotionen nicht. Er berechnet die Positionsgröße, prüft den aktuellen Kontostand, gleicht die offenen Verluste mit den Vorgaben ab und handelt entsprechend. Wenn die Regeln sagen, dass nach drei Prozent Tagesverlust Schluss ist, dann ist Schluss. Ohne Diskussion.
Ein weiterer Vorteil: Algo-Trading läuft rund um die Uhr, von Sonntagabend bis Freitagnacht. Wenn der Prop-Trading Anbieter den Handel in der Nacht oder während bestimmter Sessions erlaubt, kann der Algo diese Zeiten nutzen, ohne dass wir selbst am Bildschirm sitzen müssen. Gerade für berufstätige Trader ist das ein enormer Vorteil, weil sie tagsüber arbeiten und der Algo währenddessen das Trading übernimmt.
Dazu kommt die Konsistenz. Ein Algo handelt jeden Tag nach den gleichen Regeln. Er wird nicht müde, er wird nicht übermütig nach einer Gewinnserie und er wird nicht ängstlich nach einer Verlustserie. Diese Konsistenz ist im Prop-Trading Gold wert, weil genau die gleichmäßige Performance gefragt ist, die Prop-Trading Firmen sehen wollen.
Automatische Regelüberwachung
Ein Punkt, den viele Trader nicht auf dem Schirm haben: Wir können die Regeln des Prop-Trading Anbieters direkt im Handelssystem hinterlegen. Wenn der maximale Tagesverlust bei fünf Prozent liegt, können wir im Algo eine Prüfung einbauen, die den Handel automatisch stoppt, sobald der Verlust diese Grenze erreicht. Das Gleiche gilt für die maximale Positionsgröße, die erlaubten Handelszeiten oder die Mindesthaltezeit pro Trade.
Im manuellen Trading müssen wir das alles selbst im Kopf behalten. Wir müssen während des Tradings ständig prüfen, ob wir noch innerhalb der Vorgaben sind. Unter Druck, nach einem Verlust oder spät abends kann das schiefgehen. Ein Algo macht diese Prüfung bei jedem einzelnen Trade, ohne Ausnahme und ohne Müdigkeit.
Gerade bei Prop-Trading Challenges, wo ein einziger Regelverstoß das Aus bedeuten kann, ist das ein Vorteil, den man nicht unterschätzen sollte.
Worauf du achten solltest
Bevor du mit Algo-Trading bei einem Prop-Trading Anbieter startest, gibt es ein paar Punkte, die du vorher klären solltest. Neben der Frage, ob Algo-Trading überhaupt erlaubt ist, solltest du auch prüfen, welche Plattform der Anbieter unterstützt. Wenn dein Handelssystem für den MetaTrader 5 entwickelt wurde, der Anbieter aber nur den MetaTrader 4 anbietet, dann passt das nicht zusammen.
Auch die Servergeschwindigkeit spielt eine Rolle. Wenn der Prop-Trading Anbieter seinen Server in New York stehen hat und unser Handelssystem auf einem Server in Frankfurt läuft, kann die Verzögerung bei der Orderübermittlung ein Thema sein. Das ist besonders relevant, wenn der Algo auf kleinen Zeiteinheiten handelt.
Und schließlich: Das Handelssystem muss zur Challenge passen. Wenn die Challenge einen maximalen Drawdown von acht Prozent erlaubt und unser System im Backtest Drawdowns von 15 Prozent zeigt, dann wird das nicht funktionieren. Die Strategie muss innerhalb der Regeln des Prop-Trading Anbieters profitabel sein, nicht nur generell.
Algo-Trading und Prop-Trading bei Algo-Camp
Bei Algo-Camp arbeiten wir seit einiger Zeit an Handelssystemen, die speziell für den Einsatz im Prop-Trading entwickelt werden. Das bedeutet: Die Regeln der gängigen Prop-Trading Anbieter sind von Anfang an in der Entwicklung berücksichtigt. Der maximale Drawdown, die Positionsgröße, die Handelszeiten und weitere Vorgaben fließen direkt in die Strategie ein.
Wer sich für das Thema interessiert, findet auf unserer Webseite weitere Informationen zu unseren Prop-Trading Handelssystemen. Dort können auch Backtests und Details zur Funktionsweise eingesehen werden.
Fazit
Algo-Trading und Prop-Trading ergänzen sich sehr gut. Die strikte Regelstruktur im Prop-Trading passt perfekt zu den Stärken eines automatischen Handelssystems: keine Emotionen, keine Regelverstöße, konsistente Ausführung rund um die Uhr. Wer ohnehin mit Algo-Trading arbeitet oder den Einstieg plant, sollte Prop-Trading als Option auf dem Schirm haben. Mehr Kapital, begrenztes Risiko und die Möglichkeit, das eigene Handelssystem mit Fremdkapital zu skalieren.