Die Basis aller automatischen Handelssysteme sind Algorithmen. Darunter versteht man einen Satz an zuvor klar definierten Instruktionen, die beschreiben, wie eine Aufgabe oder ein Prozess bearbeitet oder gelöst werden soll. Im Wertpapierbereich beruhen diese Algorithmen vor allem auf zeitlichen, preislichen oder mengenmäßigen Dimensionen und unterliegen oft, wenn auch nicht immer, mathematischen Modellen.

Automatische Handelssysteme – also algorithmische Computerprogramme – platzieren dann selbstständig die Handelsaufträge oder informieren ihren Trader über Handelspotentiale, die den zuvor verfassten Richtlinien genügen. Das besondere an diesen besteht darin, dass sie ihre Transaktionen mit einer solche Geschwindigkeit und Häufigkeit platzieren können, wie sie für einen Trader unmöglich wären. Der Handel wird systematisch und rational abgeschlossen und ist von menschlichen Emotionen unabhängig, die unter Umständen zu falschen Entscheidungen führen können.

In den letzten Jahren hat der Einsatz der automatischen Handelssysteme im Finanzbereich stark zugenommen und die Vorteile sollen für Sie anhand eines Beispiels bildhaft gemacht werden. Angenommen ein Trader verfolgt eine einfache Trendstrategie für seine Wertpapierkäufe, die da lautet:

  • Kaufe 100 Anteile eines Wertpapiers, wenn der 30 tägige gleitende Kursdurchschnitt über dem 200 tägigen gleitenden Kursdurchschnitt liegt
  • Verkaufe 100 Anteile eines Wertpapiers, wenn der 30 tägige gleitende Kursdurchschnitt unter dem 200 tägigen gleitenden Kursdurchschnitt liegt

In diesem Fall muss der Trader keine aktuellen Preisentwicklungen mehr studieren und die Kursdurchschnitte manuell berechnen. Sein automatisches Handelssystem entdeckt Marktchancen bevor der Trader diese selbst entdecken würde und erzielt damit die besten Preise. Die Automatisierung verhindert zudem das Fehlerrisiko, die dem Trader bei der Auftragserteilung unterlaufen könnten. Die Algorithmen können des Weiteren so konzipiert werden, dass sie dieselbe Aktie auf verschiedene Märkte beobachten und aus möglichen Preisunterschieden Gewinne ausschöpfen. Die Amsterdamer Börse öffnet einer Stunde vor der Londoner Börse und handelt in einer anderen Währung. Automatische Handelssysteme können also auch darauf ausgerichtet sein, dass sie Wechselkurse in ihren Berechnungen berücksichtigen und aus diesen Zeitunterschieden Potentiale aggregieren.

 

Das eigene automatische Handelssystem

Bevor Sie Ihrem automatischen Handelssystem Order stellen können, benötigen Sie zunächst eine Investitionsstrategie. Im Beispiel oben wurde das Prinzip einer Trendstrategie vorgestellt – ihre Käufe und Verkäufe orientieren sich an längeren Trends und vergleichen den Durchschnittswert einer bestimmten Zeitspannte mit dem aktuellen Wert. Die Arbitragestrategie nutzt die Preisunterschiede verschiedener Börsen zu ihren Gunsten aus. Es gibt sehr viele Anlagestrategien, über die Sie sich im Vorfeld informieren müssen und aus denen die richtige für Sie auszuwählen ist. Ihre Entscheidungen sollten am besten wissenschaftlicher Literatur zugrunde liegen. Sie werden im Internet sehr viele gut gemeinte Ratschläge mit hohen Gewinnpotentialen beworben finden. Seien Sie sich im Klaren, dass die Personen, die wirklich gute Strategien entwickelt haben, diese nicht der Öffentlichkeit Preis geben. Suchen Sie sich also eine Strategie, von der Sie selbst überzeugt sind und kaufen Sie keine nepalesischen Aktien, wenn diese groß beworben werden. Es ist dann wahrscheinlich, dass sie jemand am anderen Ende der Welt loswerden möchte.

Beginnen Sie mit einer einfachen Strategie, die leicht umsetzbar ist und die Sie selbst verstehen und nachvollziehen können. Wenn Sie mehr Erfahrung gesammelt haben, können Sie Ihre Strategien auch weiter verfeinern.

Im zweiten Schritt können Sie diese Strategie selbst programmieren, wenn Sie über die nötigen Kenntnisse verfügen, einem Programmierer diese Aufgabe übertragen oder eine der schon vorhandenen algorithmischen Programme nutzen, die es im Internet – unter Umständen sogar umsonst – gibt. Hier definieren Sie die Strategie im Detail.

Sie benötigen dann selbstverständlich einen Internetzugang und einen Account bei einer Handelsplattform, über die Sie Ihre Order platzieren können. Viele dieser Plattformen bieten ihren Mitgliedern einen Zugang zu Demoversionen. Hier können Sie Ihren Algorithmus ausprobieren, sich mit der Handhabung vertraut machen und Ihre Strategie beobachten.

Überlegen Sie sich im Hinblick auf die Handelsplattformen auch, mit welchen Wertpapieren Sie handeln möchten und suchen Sie nach einer, die Ihnen dieses bietet. Der Dienst sollte zuverlässig sein, Daten sehr schnell übertragen können und geringe Ausfallquoten haben.

Desweiteren benötigen Sie auch den Zugang zu Marktdaten, die in Ihr System gespeist werden und die Informationen für Sie verarbeiten. Algorithmen sind heute in der Lage Finanznachrichten von Bloomberg, Reuters und internationalen Börsen einzulesen und zu interpretieren.

Bevor Sie damit dann an den Markt gehen können, müssen sie einen Backtest für Ihr System durchführen. Hierbei überprüfen Sie, ob das Programm und die dazugehörige Infrastruktur genau das tun, was Sie zuvor für sie vorgesehen haben.

Wenn Sie einen Zugang zu historischen Wertpapierdaten haben, sollten Sie des Weiteren auch einen Backtest für Ihre Strategie vollführen. Schauen Sie, welchen Gewinn Ihre Strategie auf Basis alter Daten in der Vergangenheit erzielt hätte, wenn Sie schon zu diesem Zeitpunkt online gewesen wäre. Dieser Backtest kann Ihnen im Vorhinein mögliche Schwächen Ihres selbst geschaffenen Algorithmus aufzeigen und Sie so vor unnötigen Verlusten schützen.

Sie sollten Ihre Strategie auch während der aktiven Zeit im Blick haben, sie neu überprüfen und den Umständen entsprechend Änderungen vornehmen, wenn Ihre Strategie nicht mehr den Gegebenheiten auf dem Markt entspricht. Wenn alle Marktteilnehmer einer einzelnen Strategie folgen würden, wäre es schwierig Gewinne zu machen. Versuchen Sie immer eine Nischenstrategie zu finden, die von den meisten noch unentdeckt ist.

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